Blutverdünner: Eine umfassende Übersicht (2023)

Blutverdünner, auch als Antikoagulantien bekannt, sind Medikamente, die die Gerinnung des Blutes hemmen und somit das Risiko von Blutgerinnseln verringern. In diesem Artikel werden wir die verschiedenen Arten von Blutverdünnern, ihre Anwendungsbereiche und andere wichtige Informationen zu diesem Thema behandeln.

Arten von Blutverdünnern

Es gibt verschiedene Arten von Blutverdünnern, die entweder die Blutgerinnung oder die Haftfähigkeit der Blutplättchen beeinflussen. Zu den Medikamenten, die die Blutgerinnung beeinflussen, gehören:

  • Heparin
  • Hirudin (Refludan®)
  • Cumarine (z.B. Marcumar®, Falithrom®)
  • Danaoaroid-Natrium (Orgaran®)

Die Medikamente, die die Haftfähigkeit der Blutplättchen herabsetzen, werden als Thrombozytenaggregationshemmer bezeichnet. Hierzu gehören:

  • Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin®)
  • Ticlopidin (Tiklid®)
  • Ticagrelor (Brilintal®)
  • Tirofiban (Aggrastat®)
  • Clopidogrel (Plavix®, Iscover®)

Anwendungsbereiche von Blutverdünnern

Blutverdünner werden in der Regel eingesetzt, um das Risiko von Blutgerinnseln zu verringern und schwerwiegende Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu verhindern. Sie werden auch nach bestimmten medizinischen Eingriffen eingesetzt, um die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern. Darüber hinaus können Blutverdünner auch bei Tumorerkrankungen eingesetzt werden, um das Risiko von Blutgerinnseln zu reduzieren.

Selbstmessung der Gerinnungswerte

Es ist möglich, die Gerinnungswerte, insbesondere den sogenannten INR-Wert, selbst zu messen und die Medikamentendosis entsprechend anzupassen. Dies erfordert jedoch eine hohe Zuverlässigkeit und Selbstdisziplin. Die Selbstmessung der Gerinnungswerte bietet einige Vorteile, wie zum Beispiel die Möglichkeit, die Werte bequem von zu Hause aus zu überwachen und die Medikamentendosis bei Bedarf anzupassen. Es ist jedoch wichtig, sich vorher schulen zu lassen, um die Messungen korrekt durchführen zu können.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

In einigen Fällen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für die Anschaffung eines Gerätes zur Selbstmessung der Gerinnungswerte. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Komplikationen bei der Messung in der Arztpraxis auftreten oder die Arztpraxis aus verschiedenen Gründen nicht regelmäßig erreichbar ist. Es lohnt sich, vor der Anschaffung eines Gerätes die Bedingungen einer Kostenübernahme bei der Krankenkasse zu erfragen.

Häufigkeit der Gerinnungswertkontrolle

In der Regel ist eine einmal wöchentliche Kontrolle der Gerinnungswerte ausreichend, wenn die Werte selbst mit einem Gerinnungsmonitor überprüft werden. Bei bestimmten Situationen, wie zum Beispiel der Einnahme oder Absetzung von Medikamenten, kann eine häufigere Kontrolle sinnvoll sein. Auch bei fieberhaften Infekten oder Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten kann eine engmaschigere Kontrolle erforderlich sein.

Schulung zur Selbstmessung der Gerinnungswerte

Bevor man die Gerinnungswerte selbst messen kann, ist es wichtig, sich vorher schulen zu lassen. In solchen Schulungen werden alle wichtigen Informationen vermittelt, die für eine sichere Selbstmessung der Gerinnungswerte erforderlich sind. Dazu gehören unter anderem Grundlagen der Blutgerinnung, die individuelle Behandlung mit oralen Gerinnungshemmern, die Handhabung des Testgerätes und die Dosisanpassung in Abhängigkeit des INR-Wertes.

Arztbesuch trotz Selbstmessung

Obwohl die Selbstmessung der Gerinnungswerte eine wichtige Methode zur Überwachung der Blutverdünnung ist, bleibt der behandelnde Arzt weiterhin der Ansprechpartner in Bezug auf die Blutgerinnung. Regelmäßige Arztbesuche sind notwendig, um die gemessenen Gerinnungswerte zu überprüfen und die Behandlung zu besprechen. Die Behandlung mit Blutverdünnern birgt gewisse Risiken, wie zum Beispiel eine erhöhte Blutungsneigung, daher ist es wichtig, regelmäßige Arztbesuche einzuplanen.

Tipps zur Einnahme von Blutverdünnern

Bei einer Krebserkrankung kann es notwendig sein, Blutverdünner einzunehmen, um das Risiko von Blutgerinnseln zu verringern. Insbesondere vor und nach Operationen ist eine Thrombosevorsorge von großer Bedeutung. Es ist jedoch wichtig, die Einnahme von Blutverdünnern mit dem behandelnden Arzt abzusprechen, da es in einigen Situationen möglicherweise nicht ratsam ist, diese Medikamente einzunehmen.

Fazit

Blutverdünner spielen eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von Blutgerinnseln und der Behandlung bestimmter Erkrankungen. Die Selbstmessung der Gerinnungswerte bietet eine praktische Möglichkeit, die Blutverdünnung zu überwachen und die Medikamentendosis anzupassen. Dennoch ist es wichtig, regelmäßige Arztbesuche einzuplanen, um die Behandlung zu überprüfen und eventuelle Komplikationen zu erkennen. Sprechen Sie immer mit Ihrem Arzt, bevor Sie Änderungen an Ihrer Medikation vornehmen.

Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt nicht die medizinische Beratung durch einen Arzt.

References

Top Articles
Latest Posts
Article information

Author: Annamae Dooley

Last Updated: 03/12/2023

Views: 5867

Rating: 4.4 / 5 (65 voted)

Reviews: 80% of readers found this page helpful

Author information

Name: Annamae Dooley

Birthday: 2001-07-26

Address: 9687 Tambra Meadow, Bradleyhaven, TN 53219

Phone: +9316045904039

Job: Future Coordinator

Hobby: Archery, Couponing, Poi, Kite flying, Knitting, Rappelling, Baseball

Introduction: My name is Annamae Dooley, I am a witty, quaint, lovely, clever, rich, sparkling, powerful person who loves writing and wants to share my knowledge and understanding with you.